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Flüssiggas

Flüssiggas wird in Kraftfahrzeugen verwendet, die Verbrennungsmotoren nutzen – Flüssiggas ist lediglich eine andere Bezeichnung für das häufiger verwendete Wort Autogas.
Flüssiggas besteht meist aus Butan oder Propan, es ist ein Nebenprodukt der Förderung von Erdgas und Erdöl sowie in der Raffinerie, man bezeichnet es oft als „nasses Bohrgas“. Häufig wird dieses nasse Bohrgas bzw. Flüssiggas als Abfallprodukt angesehen und abgefackelt. Um das Flüssiggas wirtschaftlich verwerten zu können – es muss schließlich gesammelt, aufbereitet und anschließend auch transportiert werden – ist ein Mindestbedarf hauptsächlich im Bereich der Autoindustrie erforderlich. Flüssiggas hat gegenüber konventionellem Treibstoff (wie Benzin) insbesondere bzgl. des Schadstoffausstoßes enorme Vorzüge aufzuweisen.

Der Ausstoß von Stickoxiden und CO2 reduziert sich um ca. 15 bis 20 % und der Anteil an unverbrannten Kohlenwasserstoffen kann im Abgas sogar halbiert werden. Diese Werte gelten trotz eines höheren Treibstoffverbrauchs. Für etwa 1.000 bis 3.500 € kann ein Fahrzeug mit Ottomotor auf Flüssiggas umgerüstet werden. Die Umrüstung ist unkompliziert und lediglich von den Leistungsdaten des Motors sowie der Zylinderzahl abhängig. Den Tank positioniert man häuft im Kofferraum, oft in der Mulde, in der sich normalerweise das Reserverad befindet, auf das nun natürlich verzichtet werden muss. Ein Tank in dieser Reserveradmulde kann jedoch maximal 100 Liter Flüssiggas fassen, wohingegen ein Tank im Kofferraum doppelt so groß sein kann. Vor der Inbetriebnahme der Anlage muss jedoch eine Gasanlagenprüfung durchgeführt werden, die ebenso im Zuge der Hauptuntersuchung fällig ist.
Der Benzintank bleibt bestehen, so dass das Fahrzeug sowohl mit Benzin als auch mit Flüssiggas betrieben werden kann. Diese Art des Antriebs bezeichnet man als bivalent, die Umschaltung kann sogar wahlweise automatisch oder manuell erfolgen. Generell wird empfohlen, von Benzin auf Flüssiggas erst dann umzuschalten, wenn der Motor eine geeignete Betriebstemperatur hat, was meist mittels entsprechender Sensoren sichergestellt wird.

 

Bei Venturi-Anlagen und sequenziellen Anlagen ist ein Kaltstart mit Flüssiggas meist nicht möglich, da das Flüssiggas dem Motor gasförmig zugeführt wird, was bei niedrigen Außentemperaturen leicht zu einem Vereisen des Vergasers führen könnte. Lediglich mit der sog. LPI-Technologie kann der Motor auch direkt mit Flüssiggas gestartet werden. Zahlreiche Werkstätten und Fahrzeughersteller empfehlen die zusätzliche Nutzung eines Additivs, welches die Ventile und Ventilsitze besser gegen Verschleiß schützen soll. Hierzu muss ein spezielles Bauteil zum Beimengen des Additivs eingebaut werden. Der erhöhte Verschleiß liegt in der höheren Verbrennungstemperatur begründet. Um Flüssiggas auch im Ausland tanken zu können, muss ggf. ein Adapter genutzt werden, denn beispielsweise die Niederlande nutzen den sog. Bajonett-Anschluss wohingegen in Deutschland entweder ACME- oder Dish-Anschluss verwendet werden.

Die Einführung eines EU-weit einheitlichen Anschlusses ist bereits geplant und sicher sinnvoll. In den meisten Ländern sind Flüssiggas-Tankstellen mindestens so weit verbreitet wie in Deutschland, Deutschland verfügt derzeit über mehr als 6.000 Flüssiggastankstellen. Aufgrund des in Deutschland noch immer gültigen Steuervorteils sowie des niedrigen Preises für Flüssiggas ist das Fahren mit Flüssiggas deutlich preiswerter als das Fahren mit konventionellen fossilen Kraftstoffen wie etwa Benzin. Dies gilt trotz eines Mehrverbrauchs von ca. 15 bis 20 %. Das große Tankstellennetz stellt einen der großen Vorteile gegenüber einer Umrüstung eines Fahrzeugs auf Erdgas dar.

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